Filmtieragentur oder Tieragentur, ein neuer Begriff?

Haben Begriffe wie „Filmtieragentur“ an Stelle von „Tieragentur“ ihre Berechtigung oder sorgen die ergänzenden Bezeichnungen nur für Verwirrung?

 
Im Duden ist selbst der im Umgang gebräuchliche Begriff „Tieragentur“ nicht enthalten, genauso vergeblich wird man dort bei der Suche nach einem Begriff wie „Filmtieragentur“ fündig. Der Zusatz „Film-“ ist die ergänzende Bezeichnung des Tätigkeitsbereichs, der ihn der Filmbranche zuordnet und verdeutlichen soll, in diesem Bereich für Film- Foto- und TV Produktionen zu arbeiten. Man sollte meinen es sei selbsterklärend nur bedarf es wohl doch der Erklärung, da sich die Verwendung der neuen oder ergänzten Begriffe wohl erst durchsetzen müsste und noch nicht einheitlich angewandt wird. Die Unterschiede sorgen immer wieder für Verwirrung, im Umgang sind doch Bezeichnungen wie Tiertrainer, Tierdressur, Tieragentur oder Tierschule die anerkannte Auswahl.

Hier der Versuch der Erklärung:

 
Allgemein bekannt ist der Begriff „Tiertrainer“. Die Arbeit wird auch mit Tierdresseur, Dompteur oder gar Tierbändiger bezeichnet wobei mit diesen Begriffen bezeichnet wird, das ein Tierbändiger wie der Dompteur etwas mit Raubtieren zu tun hat. Als Tierdresseur sind die Arbeiten mit Pferden oder Zirkusshows mit Elefanten, Hunden, Katzen oder Schweinen am bekanntesten. Der Tierlehrer ist auch ein Tiertrainer. Seine Tätigkeit kann sowohl die Arbeiten als Dresseur oder Dompteur beinhalten. Allerdings bezeichnet der Begriff Tierlehrer die Arbeiten mit den verschiedensten Tieren im Arbeitsbereich des Zirkus. Hierbei im Rahmen zu buchender sowie verkäuflicher, komplett eintrainierter Shows. Das Arbeitsfeld des Tiertrainers hingegen bezieht sich allgemein auf Arbeiten die mit trainierten Tieren ausgeführt werden.

Es gibt noch weitere, zusätzliche Arbeitsbereiche eines Tiertrainers, wie auch die Arbeiten als Tiertrainer bei Filmproduktionen oder den klassischen Hundetrainer.  Man könnte behaupten das die hier beschriebene Ergänzung „Film-“ temporär gültig sei, der Tiertrainer wäre demnach in Vorbereitung auf Filmproduktionen sowie bei der Arbeit am Set ein Filmtiertrainer. Bei Arbeiten die nicht zum Zwecke der Filmproduktion dienen, würde man als Tiertrainer arbeiten. Auch wenn man, wie der Filmtierhof Elsässer, hauptsächlich als Filmtiertrainer arbeitet.

Gleiches lässt sich auch auf die Ergänzung im Begriff „Filmtieragentur“ anwenden.

 
Demnach würden in einer Filmtieragentur nur Tiere für Film- Foto- und TV Produktionen vermittelt. Nicht aber für Theater oder Events, was in einer Tieragentur für gewöhnlich zum Tagesgeschäft gehört.
Ein Hundetrainer betreibt eine Tierschule und spezifiziert, bspw. im Sinne der Unterordnung von Begleithunden, dieses Tätigkeitsfeld mit dem Begriff „Hundeschule“. Der Begriff „Hundeschule“ findet sich auch im Duden. Wenn er seine Hunde nun für Film- Foto- und Fernsehproduktionen trainiert, betreibt er eine Filmhundeschule die in der Regel Bestandteil einer Filmtierschule ist.

Durch „Film-“ ergänzte Begriffe wie beispielsweise „Filmtieragentur“ haben durchaus ihre Berechtigung.

 
Selbstverständlich ist eine solche „Eingrenzung“ des Tätigskeitsfelds nicht immer auch gleich ein Merkmal für eine geeignete Qualifikation, da auch diese Spezifizierung keine Kompetenz belegen kann. Dafür muss man sich weiterhin auf Empfehlungen und seine Erfahrungen verlassen und nicht nur die „neue“ Orientierungshilfe in der Leistungsbezeichnung zu Rate ziehen.